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Eine neue Saison beginnt… Nach dem Wortwiege Festival ist vor dem Wortwiege Festival, das zwar erst im Februar herauskommt, aber für das es schon vieles zu tun gibt: Themen definieren, Spielplan erstellen, Gäste anfragen, und nebenbei auch Französisch und Altgriechisch übersetzen (man gönnt sich sonst nichts). Was wir für Wiener Neustadt vorhaben werden wir im Herbst präsentieren.
Meine Verbindung mit Niederösterreich (nach einem sehr erfolgreichen Ministerium der Wahrheit bei den Sommerspielen in Melk) vertieft sich aber wesentlich durch den Start des neuen Studiengangs Stage Narration an der Donau-Universität Krems, den ich auch leite. Ab dem 11. September legen wir für vier Semester los (fünf sogar für die Master-Studierenden) und freuen uns auf großartige Gäste wie Mareike Fallwickl, Samira El Ouassil, Florian Scheuba, Calle Fuhr, Elise Wilk, Nils Strunk oder Isobel McArthur, um nur einige wenige zu erwähnen. Lauter neue Impulse also, die die große und die kleine Welt verbinden. Und neue Wege, die sich aufmachen…

Une nouvelle saison commence… Après un Wortwiege Festival à Wiener Neustadt en février-mars, le prochain est en préparation, avec son lot de planification, d’invitations et aussi de traductions (notamment du français, mais je n’en dis pas plus pour l’instant). Le programme sera présenté en automne. 
Mes liens avec le Land de Basse-Autriche (tout autour de Vienne) s’approfondissent, puisqu’en plus du festival et de ma réécriture d’Orwell (Das Ministerium der Wahrheit, créé cet été à Melk), septembre voit le début de la nouvelle formation en Stage Narration à l’Université du Danube, que j’ai conçue et que j’accompagne pour quatre semestres (cinq, pour les étudiant*es en master), avec une série d’intervenant*es de très haut niveau. Plein de nouvelles impulsions donc, et de nouveaux chemins qui s’ouvrent…


STAGE NARRATION
Erzählen für die Bühnen unserer Zeit

Ein Studiengang (AEP bzw. Master)
an der Universität für Weiterbildung / Donau-Universität Krems

(Foto Ludwig Drachosch)

Im Herbst 2026 beginnt ein ganz neuer Studiengang, den ich für die Universität für Weiterbildung in Krems gemeinsam mit dem Wortwiege Festival entwickelt habe: „STAGE NARRATION – Erzählen für die Bühnen unserer Zeit“ richtet sich sowohl an Theatermenschen, die ihre Erzählfähigkeiten vertiefen und erweitern wollen, als auch an Menschen, die sich mit Schreiben, Wissenschaft, Theorie, Kommunikation und gesellschaftlichem Engagement befassen und die Erzählmittel des Theaters für ihre Praxis fruchtbar machen wollen.
In vier Semestern (bzw. fünf für das erweiterte Masterstudium) geben Theorie, Analysen, Übungen in Schreiben und im Raum, Masterclasses mit europäischen Dramatiker*innen und Diskussionen mit Expert*innen aus unterschiedlichen Feldern (Bühnenbild, Körpersprache, Musik, bis hin zu Journalismus, Ausstellungsentwicklung und Spieleforschung) den Studierenden die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen, neue Formen des Dialogs und der Vermittlung zu erforschen, und über Blasen hinaus an einer lebendigen und kritischen Öffentlichkeit mitzuwirken.

Alle Informationen hier.


WAS WAR / PRODUCTIONS PASSÉES:

DAS MINISTERIUM DER WAHRHEIT

von Jérôme Junod, frei nach George Orwell

(Foto Daniela Majetschek)

Eine Gesellschaft, in der Gefühle über “Kanäle” empfangen werden. Ein System, das alle überwacht, Neutralität kriegerisch propagiert und Sprache verkommen lässt. Eine Protagonistin, die allmählich die Absurdität ihrer Welt erkennt und nach einem Ausweg sucht. Von Orwells “1984” inspiriert ist “Das Ministerium der Wahrheit” eine dystopische Erzählung, die aber auch Widerstand und Umbrüche erblicken lässt. Die Uraufführung findet bei den Sommerspielen Melk, mit prominentem Cast, statt.

“Jérôme Junod [hat] eine wendungsreiche Geschichte voller subtiler Gegenwartsbezüge zusammengesetzt, in der bis zuletzt unvorhersehbar bleibt, wer die Treuen sind (…) und wem die Treue gilt. Das nötige Wor(l)dbuilding verwebt der Autor dabei klugerweise von Anfang an mit dem Plot. Dadurch ist für den Durchblick keine Kenntnis von “1984” erforderlich, ja sie könnte sogar auf die falsche Fährte führen.” (Nachtkritik)

“Man wurde mit überraschenden Wendungen, einer queeren Liebesgeschichte, Verrat und Selbstaufopferung gut unterhalten.(…) Insgesamt war der begeisterte Schlussapplaus verdient.” (Die Presse)

” “Das Ministerium der Wahrheit” (…) bringt die Dystopie einer totalitär überwachten Welt auf ein neues vielversprechendes Bühnenniveau.” (Kronen Zeitung)

“Gegenwartsbezüge liegen nahe. Angenehmerweise machen Junod und Hauer dennoch kein aktivistisches Polittheater, sondern erzählen eine spannende Geschichte (…). Die dystopische Welt (…) wird rasch verständlich und bleibt dann durchwegs interessant.” (Falter)

Mit Thomas Frank, Doris Hindinger, Aaron Karl, Isabella Knöll, Giuseppe Rizzo, Sonja Romei, Christina Scherrer und der Konzertchor Niederösterreich

Regie: Alexander Hauer
Bühne: Renato Sobotta
Kostüme: Julia Pschedetzki
Musik: Jakob Kammerer
Dramaturgie: Sophie Benedikte Stocker

Premiere am 17. Juni 2026, Wachauarena Melk (AT)
Letzte Vorstellungen: 31. Juli und 1. August


PENTHESILEA

von Heinrich von Kleist

(Foto Victoria Nazarova)

Mitten im Trojanischen Krieg erscheint wie aus dem Nichts ein fremdes Heer, das ausschließlich aus Kriegerinnen besteht. Die Griechen halten die Frauen für potenzielle Verbündete, doch zu ihrem Erstaunen bekämpfen die Amazonen sowohl sie selbst als auch ihre trojanischen Feinde. Als Penthesilea, Königin der Amazonen, den griechischen Helden Achilles erblickt, sind beide nicht mehr zu trennen: Gegen jede Vernunft stürzen sie sich in einen Zweikampf, der alle Regeln bricht und die Ordnung der Politik und der Gefühle gleichermaßen gefährdet. 
In einer Fassung für drei Spieler*innen wird Kleists Wörter- und Körperschlacht auf ihre Essenz gebracht.

“Ein theatrales Kunstwerk der Sonderklasse.” (European Cultural News)

“Jérôme Junods Inszenierung zeigt exemplarisch, wie Penthesilea gelingen kann: durch Reduktion statt Überwältigung, durch Konzentration auf Sprache und Körper, durch Vertrauen in die Intelligenz des Publikums. Die Aufführung beweist, dass Kleist kein Monument, sondern ein Zeitgenosse ist.” (Kulturwoche)

“In dieser hervorragenden Regie bin ich (…) an auch wunderbarste Sprache völlig gebannt, für mich mit oberstes Qualitätsmerkmal. Herrlich!” (Schnellkritik)

“…bleibt, nicht nur wegen der gar nicht so dystopischen Kulisse, sondern auch wegen der ebenso menschlichen wie unmenschlichen Grausamkeit (oder doch: Leidenschaft?) noch beunruhigend lang im Kopf.” (Niederösterreichische Nachrichten)

Mit Nico Dorigatti, Nina C. Gabriel und Petra Staduan

Regie: Jérôme Junod
Bühne: Andreas Lungenschmid
Kostüme: Antoaneta Stereva di Brolio
Musik & Sounddesign: Christian Mair
Licht: Lukas Kaltenbäck
Lichtassistenz: Ludwig Drahosch
Kampfcoaching: Martin Woldan
Maske: Henriette Zwölfer
Dramaturgie: Marie-Therese Handle-Pfeiffer
Abendleitung: Elisabeth Petutschnig

Premiere am 27. Februar 2026, Wortwiege, Wiener Neustadt (AT)

Trailer


REDEN!
Visionen und Ängste (Roosevelt / Kennedy / Trump)
Böses Denken (Himmler / Arendt)

(Foto Anastasiia Yakovenko)

Das erprobte Re-enactment-Format geht in die nächste Runde. Drei amerikanische Antrittsreden lassen drei unterschiedliche Zugänge, historische Lagen und Machtverständnisse erkennen. Außerdem werden anhand der Posener Rede an die SS und dem legendären TV-Interview von Hannah Arendt Denkmuster des Totalitarismus erforscht und analysiert. Zwei Abende mit starkem Aktualitätsbezug.

Mit Lukas Haas, Jens Ole Schmieder, Martin Schwanda (Visionen und Ängste) / Anna Luca Krassnigg, Martin Schwanda (Böses Denken)
Gesprächsgast: Raimund Löw (V&Ä) / Konrad Paul Liessmann (BD)

Einrichtung und Fassungen: Jérôme Junod
Moderation: Anna Luca Krassnigg (V&Ä) / Jérôme Junod (BD)
Kostüm: Antoaneta Stereva Di Brolio
Maske: Henriette Zwölfer

Aufführungen am 6. März 2026 (Visionen & Ängste)
und 21. März 2026 (Böses Denken)
Wortwiege, Wiener Neustadt (AT)


DER BART – Ein ungewöhnlicher Schwiegersohn
(THE BEARD)

von Imran Yusuf

(Foto Jan Friese)


Die konservative Premierministerin steht kurz vor ihrer Wiederwahl, doch just dann taucht ihre Tochter auf und präsentiert ihren Eltern den neuen Mann an ihrer Seite. Der traditionelle Imam passt allerdings gar nicht zum Weltbild, das Ruth politisch verkörpert. Es folgt ein Wettrennen um den Spin und die mediale Präsentation, in dem alle Figuren im großen Spiel von Image und Identität mitmischen. Mit seiner rasanten Boulevardkomödie thematisiert Imran Yusuf die Ungereimtheiten unserer Gesellschaft auf höchst unterhaltsame Weise.

“Jérôme Junod bedient mit Genuss sämtliche Klischees und verbindet sie mit Humor und Tiefgang. (…) Lachen wird eine kathartische Funktion nachgesagt – und dazu bietet sich dem Publikum wirklich jede Gelegenheit.” (Salzburger Nachrichten)

“Jérôme Junod inszeniert die deutschsprachige Erstaufführung (…) mit enormem Tempo und einem großartigen Ensemble. (…) Ein absoluter Tipp, nicht nur für verregnete Frühlingstage.” (Dorfzeitung)

Mit Ulrike Arp, Leonie Berner, Antony Connor und Wolfgang Kandler

Regie: Jérôme Junod
Ausstattung: Nora Pierer
Dramaturgie: Julia Thym
Licht: Marcel Busá

Premiere am 15. März 2025, Schauspielhaus Salzburg (AT)


NATHAN DER WEISE

von Gotthold Ephraim Lessing

(Foto Jan Friese)

Lessing schrieb mit seinem “dramatischen Gedicht” eines der wichtigsten Werke der Aufklärung. Mit Poesie und Menschlichkeit bringt er die Schwierigkeiten von Toleranz und Überwindung religiöser Vorurteile auf die Bühne. Als gutgemeinte Pflichtlektüre hat das Stück Generationen von Schüler*innen vergäult. Zu Unrecht, steckt im Werk sehr viel subversive Komik sowie ein bahnbrechendes Manifest für die Macht des eigenständigen Denkens.

“Es gibt nicht wenig ideologischen Slapstick. Jérôme Junod hat mit enorm viel Witz herausgearbeitet, ja gelegentlich bis zu Persiflage überhöht. Wirkt befremdlich, wenn man aufklärerisch-hehren Ernst aus dem Jahr 1779 erwartet, ist aber in Summe überzeugend. Es schadet nicht, einem Lehrstück das Belehrende zu nehmen.” (Drehpunkt Kultur)

“Dieser Abend ist sehr erhellend, führt schöne Dinge vor Auge und Ohr. (…) Ich hörte quasi erstmals auch einige Sätze Lessings mehr, die große Schönheit und Optimismus in sich tragen. (…) Ein großes Lob dem gesamten Ensemble.” (Schnellkritik)

“Kräftiger Applaus für ein Familiendrama von brennender Aktualität. (…) Wer „Nathan der Weise“ noch als trockene Schullektüre in Erinnerung hat, wird angenehm überrascht sein, denn Regisseur Jérôme Junod hat in dieser Inszenierung die menschlichen Schwächen in den Mittelpunkt gestellt.” (Dorfzeitung)

“Ein punkiger „Nathan“, der ein breites Publikum für sich einnimmt und mit seiner rebellisch-komischen Note bei jungen Besucher:innen voll einschlagen dürfte.” (What I saw from the cheap seats)

Mit Rene Eichinger, Sophia Fischbacher, Kerstin Maus, Benjamin Muth, Julia Rajsp, Marvin Rehbock, Enrico Riethmüller und Olaf Salzer

Regie: Jérôme Junod
Ausstattung: Agnes Hamvas
Musik: David Lipp
Dramaturgie: Julia Thym
Licht: Marcel Busá
Assistenz: Aurelia Heintze

Premiere am 19. September 2024, Schauspielhaus Salzburg (AT)

Trailer


ARSEN UND SPITZCHENHÄUBCHEN

von Joseph Kesselring

(Foto Jan Friese)

Vergiftende Tanten, psychopathische und mythomanische Brüder… Der Theaterkritiker Mortimer hat eine ziemlich komplexe Familiensituation zu bewältigen, zumal die Polizei auch nicht sonderbar hilfreich ist. Die kultige schwarze Komödie kommt am Schauspielhaus für die Feiertage heraus.

“Hinreißende Neuinszenierung des Klassikers.” (Salzburger Nachrichten)

“Mit besten Empfehlungen für eine niveauvolle Unterhaltung im Fasching!” (Drehpunkt Kultur)

“Heiter und temporeich (…) Herrlich harmlos und dabei doch so klug gemacht.” (What I saw from the cheap seats)

“Geschliffene Pointen, rasendes Tempo und ein bravourös aufspielendes Ensemble garantieren einen vergnüglichen Theaterabend.” (Dorfzeitung)

Mit Theresia Amstler, Ulrike Arp, Antony Connor, Felix Krasser, Marcus Marotte, Marvin Rehbock, Enrico Riethmüller, Florian Stohr und Susanne Wende

Regie: Jérôme Junod
Ausstattung: Fabian Lüdicke
Musik: David Lipp
Dramaturgie: Tabea Baumann
Licht: Marcel Busá
Assistenz: Luca Pümpel

Premiere am 16. Dezember 2023, Schauspielhaus Salzburg (AT)

Trailer


AUSSERDEM / MAIS ENCORE:

ACTING SUMMER ACADEMY GUILLERMO HERAS

Drei Tage lang durfte ich im August 2024 junge Schauspieler*innen an der Atlantikküste in Viana do Castelo (Portugal) mit Bertolt Brechts Theorie und Praxis bekannt machen. Eine große Bereicherung für mich und eine ganz neue Sprach- und Lehrerfahrung.

HIERONYMUS BOSCH

Übersetzung ins Bulgarische von Vladko Murdarov / Traduction en bulgare par Vladko Murdarov

Black Flamingo Publishing, Sofia


QU’EST-CE QUE LA DRAMATURGIE?

Après des années passés à expliquer ce que font les dramaturges au théâtre (en particulier germanophone), j’ai conçu et scénarisé une petite vidéo explicative réalisée par la formidable Liliana Dias et incarnée par l’excellent Mathieu Ziegler, avec le concours de collègues admirables.

Mit deutschen und englischen Untertiteln.

Le lien ici.